Epilepsie beim Hund

Seit Mai 2007 ist bei Paul zum ersten Mal ein Epileptischer Anfall aufgetreten. Bis heute hat er mehr als zwei dutzend weitere hinter sich und man spricht ganz offiziell von Epilepsie.

Es handelt sich bei Paul um die klassische Form der Epilepsie mit generalisierten Anfällen (" Grand mal"), die das Bewusstsein trüben und Krämpfe am ganzen Körper verursachen. Einen epileptischen Anfall kann man grob mit einem "Gewitter im Gehirn" vergleichen, bei dem sich Blitze entladen ....!

Paul merkt ganz genau wann er einen Anfall bekommt. Minuten vorher wird er ziemlich nervös und sucht Schutz  bei einer ihm vertrauten Person. Manchmal kann  ich selbst einen beginnenden Anfall auch Stunden vorher an auffälligen Verhaltensweisen erkennen. Es sind Kleinigkeiten, die darauf  schließen. Es kommt aber auch oft vor, dass ich mir diese  einbilde und dann doch nichts passiert....!Es ist also nicht immer einfach mit dieser Krankheit umzugehen und es ist nicht selten, dass wir unseren Alltag auf Paul einstellen. Jeder der einen epileptischen Hund hat, kann mir sicher zustimmen, dass man seine kleine Fellnase an schlechte Tagen nicht alleine zu Hause sitzen lassen kann....

Deutet sich ein Anfall extrem an, hilft  manchmal die schnelle Gabe von "Luminal", diesen zu unterdrücken. Allerdings greift diese Methode leider nicht immer, zumal  ca. 70% aller Anfälle Nachts oder aus der Ruhe hinaus plötzlich und unerwartet auftreten. Schonmal schafft er es noch, sich ,auf einen nahenden Anfall, aufmerksam zu machen, sodass ich  wenigstens versuchen kann in dieser Angstsituation bei ihm zu sein. Wenn der Anfall ihn einholt, fällt er  zu Boden, wird bewusstlos und fängt  am ganzen Körper an zu krampfen. Es ist sehr gut zu wissen, dass er von dem Anfall an sich nichts mitbekommt. Es bildet sich eine Menge Schaum im Maul und er setzt meistens, ebefalls unbewusst, Urin ab!

Nach ein paar Minuten entkrampft sich sein Körper und er fällt in einen tiefen Schlaf. Meistens wird er dann schlagartig wach und läuft orientierungslos umher. Es erscheint zwar so, dass er mich wahrnimmt und erkennt, er aber nicht mehr weiß wo er sich grade befindet. Dabei stößt er wie benommen vor Gegenstände, sodass ich ihn dann an die Leine nehmen muss und für etwa 20 Minuten draußen spazieren gehe. Meiner Erfahrung nach, hilft ihm dies am besten ,wieder schnell "klar" zu werden . Ca. 2 Stunden nach dem Anfall ist er dann noch sehr aufgewühlt und ruhelos. Er irrt pausenlos umher und wird erst nach und nach wieder normal.

Die Ursache ist , so nimmt man es bei ihm an,eine erbliche Störung im Botenstoff- Haushalt des Gehirns (Neurotransmitterstörung) . Die Behandlung erfolgt mit "Luminal" und "Dibro be" . Mariendistelkapsel schützen die Leber vor den schädlichen Medikamenten, die aber leider eine Dauertherapie darstellen, bei der die Krampfschwelle im Gehirn erhöht wird.

Wichtig ist, dass er diese Tabletten regelmäßig und optimal dosiert bekommt. Zeitweise, wenn sich die Abstände (alle 3 Monate ist akzeptabel) verringern, stehen wir in täglichem Dauerkontakt mit der behandelnden Tierklinik (wir sind sehr zufrieden mit  diese Service) um Paul wieder auf die optimale Dosis einzustellen. Bekommt er nämlich zuwenig Tabletten, häufen sich die Anfälle, bekommt er zuviel , wirkt er "zugedröhnt" und die Tabletten gehen auf die Leber!

So schlimm es sich auch anhören mag, zwischen den Anfällen,die auch mal einen längeren Abstand zulassen, und er gut eingestellt ist , ist er ein ganz normaler ,glücklicher und "frecher" Hund, den man von seiner Krankheits nicht anmerkt...!

( Stand September 2012: Ich traue mich es fast gar nicht auszusprechen, aber seit Februar 2012 ist Paul anfallsfrei...!!! :)  Auch an andere Hundehalter: Es lohnt sich also durchzuhalten...!!! )

(Quelle:( teilweise) PTA heute Nr.22 November 2007)